
Einen leichten Hang zu gefiederten Wesen offenbart diese Bestenliste. Aber was soll man auch machen: Vögel sind besser, flinker, erhabener und schneller als so manches andere Tier. Aber auch einen Pelzklassiker und einen fremden Eindringling wollen wir an dieser Stelle würdigen.
Platz 5: Eichhörnchen

Wer kann Nein zu Eichhörnchen sagen? Im Gegensatz zu Luchsen oder Dachsen, die ebenfalls behaupten in unseren Wäldern heimisch zu sein, erblickt man dann und wann sogar eins. Das wird hiermit honoriert. Es hüpft nervös, klettert galant und hat null Respekt vor uns Menschen. Und trotzdem finden wir es brutal jöh. Nichts könnte dem Eichhörnli egaler sein, denn es interessiert sich nur für seinen Baum und den Wintervorrat.
Platz 4: Blässhuhn

Es macht kein Aufheben um seine Andersartigkeit: das Blässhuhn aka Bucheli aka Taucherli. Das Huhn unter lauter Enten, Schwänen und anderen richtigen Wasservögeln ist näher mit dem Kranich verwandt. Das Taucherli hat nicht mal Schwimmhäute, ist aber trotzdem flink auf und unter Wasser unterwegs. Es sticht mit seinem weissen spitzen Schnabel hervor – und mit seinen eleganten «Tück»-Lauten inmitten all diesem Geschnatter.
Platz 3: Rotmilan

Wie sie zum Beispiel über der Luzerner Allmend kreisen, gekonnt im Aufwind schwebend – und wie sie schreien. Sagt man schreien? Rufen? Pfeifen? Jedenfalls scheinen sich die Rotmilane in der Gegend puddelwohl zu fühlen und sie sind in regelrechten Gangs unterwegs. Ich bleibe immer stehen, der Himmel gehört ihnen. Ich nehme mir dann vor, mein ornithologisches Wissen endlich aufzubessern. Und werde es leider trotzdem wieder vergessen.
Platz 2: Schildkröte
Pädagogischer Disclaimer: Invasive Tiere aussetzen – sowieso Tiere aussetzen! – ist scheisse und verboten. Trotzdem sind die Wasserschildkröten, die sich auf den Baumstrünken im Gütschweiher sonnen, eine Augenweide. Und jede:r Spaziergänger:in fühlt sich als Entdecker:in, wenn er oder sie die Wesen … nun: entdeckt. Die nordamerikanischen Buchstaben-Schmuckschildkröten, um die es sich handelt, tun niemandem weh. Ihre weitere Ausbreitung macht praktischerweise am Weiherrand Halt und wer für offene Grenzen ist, sollte diese auch Tieren zugestehen.
Platz 1: Spatz

Haussperling klingt arg prätentiös – Spatz hingegen auf den Punkt. Diese kleinen Fiedertiere beglücken den Schriftsteller Lukas Bärfuss, weil: Sie seien die «Punks der Grossstadt». Zumindest das ist jetzt natürlich Ansichtssache. Aber wem nicht das Herz aufgeht beim Beobachten der flinken kleinen Spatzen im Stadtgewirr, wie sie hüpfen, sich im Sand wälzen und Brösmeli stibitzen, der hat, nun ja, kein Herz.
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