
Das berühmte Luzerner Museggmauersprüchli hat einen Konstruktionsfehler: Weiter als Nölli-Männli-Luegisland kommt nämlich niemand. Kein Problem. Nach dieser Liste brauchst du das Sprüchli nicht mehr.
5. Platz: Zytturm

Der Zytturm ist so cool, dass seine Glocke eine Minute früher als alle anderen Uhren in Luzern schlagen darf. Er hat Erstschlagrecht. Nein, das ist nicht erfunden. Weniger cool: Macht das nicht ein bisschen den Sinn einer Uhr zunichte, wenn sie bloss aus Prestigegründen eine Minute früher schlägt? Wer möchte, kann zur vollen Stunde (minus eine Minute) in die höchste Etage laufen und sich den Glockenschlag mit eigenen Ohren anhören. Und danach bei der KIND Hörzentrale in der Hertensteinstrasse ein Hörgerät kaufen.
4. Platz: Wachtturm

Der Wachtturm ist der stehende Beweis dafür, dass man im Geschichtsunterricht nicht einschlafen, sondern Popcorn zubereiten sollte. Am 30. Juli 1701 schlug im damaligen «Heuturm» ein Blitz ein und 40 Tonnen dort gelagertes Schwarzpulver explodierten. Es hagelte Steine über die ganze Stadt und fünf Menschen starben. Der Turm wurde danach in Wachtturm umbenannt. Kein Wunder belegt die Stadtpolizei Luzern den oberen Teil des Turms: Sie schützt von dort aus die Luzerner Bevölkerung mit Pfefferspray und Gummischrot vor weiteren gefährlichen Blitzen.
3. Platz: Nölliturm

Der Nölliturm ist der einzige runde Museggturm und verdient es alleine deshalb, in diesem Ranking aufgeführt zu werden. Nölli heisst so viel wie kleiner, dicker Kerl. Der Turm wurde angeblich zu Ehren eines mittelalterlichen Wächters gebaut. Eine zweifelhafte Ehre. Der Nölliturm musste gleich zweimal Schmach über sich ergehen lassen: Ein erstes Mal, als sein Tor durchstochen wurde und ein zweites Mal, als ein Trottoir um ihn gepflastert wurde. Er hält niemanden mehr auf. Aber das ist dem kleinen, dicken Nölliturm egal. Leider wurde der Nölliturm in jüngster Zeit von der FDP-nahen Zunft zu Safran okkupiert. Das heisst, der Turm ist zwar begehbar, aber nur, wenn man ihn mietet.
2. Platz: Männliturm

Seien wir ehrlich: Wenn der Turm Mannenturm hiesse, würde er nicht auf dieser Liste landen. Aber wer bereits im Jahr 1400 das halbstarke Geschlecht verniedlicht, hat Eier. Nicht nur im Genderbereich beweist der Turm Weitblick: Der Männliturm hat eine der besten Aussichtsplattformen in der ganzen Stadt. Hier kann man auf der Südseite den Reusssurferinnen zuschauen, wie sie niemanden beeindrucken und auf der Nordseite den Hobbyfussballern, wie sie sich gegenseitig die Schienbeine brechen. Der Männliturm wäre fast auf Platz eins gewesen, hat aber einen Schönheitsfehler: Die Mittelalter-Menschen haben vergessen, einen Aufzug reinzubauen. Mit einem Schnitzelbrot der Twiny Station im Bauch überlegt man sich zweimal, ob die stolzen 125 Treppenstufen des Turms die unschlagbare Aussicht wert sind.
1. Platz: Schirmerturm

Früher verband er Stadt und Land, heute verbindet der Schirmerturm den Luxustourismus aus der Hertensteinstrasse mit den Luzerner Beverly Hills, dem Bramberg. Hier sagen sich die indische Carreisende und das kiffende Reichensöhnchen von Familie Hugentobler guten Tag. Sogar die normale Stadtbevölkerung mag den Schirmerturm, es ist nämlich neben dem Nölliturm der einzige Museggturm, den sie problemlos finden. Highlight: Im Inneren des Schirmerturms haben Ritter mit Filzstift zahlreiche poetische Reime an die Holzwände gekritzelt, die sie ihren holden Schwärmen widmeten. Beispielsweise: «Ich fi**e die Liebe, die Liebe fi**t mich, aber die, die ich fi**e, die fi**t mich nicht.» Ein historischer Schatz!
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